Adeles Weingeschichten

Vor vielen Jahren hatte ich mein eigenes Weingeschäft und importierte hochwertige bereits bekannte Weine aus der Toskana, Piemont und Friaul nach Deutschland. Ich vernachlässigte damals meine Herkunftsheimat Kampanien und kaufte noch nicht mal eine Flasche Taurasi aus der Region … Seitdem ich mein Reisekonzept gestartet habe, hat sich in dieser Hinsicht etwas geändert. Ich nehme nämlich gerne meine Reisegäste zu kleinen Winzern z.B. an der Amalfi – Küste mit, die in Deutschland wenig oder kaum bekannt sind. Die erste Empfehlung bekam ich seinerzeit von Nicola, Mitbesitzer der Konditorei Pansa in Amalfi, der mir ein kleines Weingut oberhalb Amalfis empfahl. Wenige Tage später musste ich kurzfristig den Tagesablauf einer Gruppenreise  ändern und rief den von Nicola empfohlenen Winzer an. Sie  werden es mir glauben müssen: Ich bat die Winzer-Familie um eine Weinprobe für 20 Teilnehmer in den nächsten … zwei Stunden! Wir haben an jenem Tag im März Weine verschiedener Jahrgänge probiert, den Keller und die Weinberge besichtigt und selbstverständlich einige Weinkisten mitgenommen! Seitdem haben wir weitere – rechtzeitig geplante – Weinproben zusammen organisiert. Priscos Weine sind inzwischen auch in meiner Wohnung in Düsseldorf eingetroffen.

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Salerno und der Dichter

Salerno rima d’inverno, o dolcissimo inverno. Salerno rima d’eterno” Das waren die letzten Verse von Salernos berühmten Sohn, dem Dichter Alfonso Gatto (Salerno 1909 – Orbetello 1976), der unsere Bergstadt am Meer mit Worten wie leuchtende Pinselstriche beschrieben hat. Der Duft der Meeresbrise am Strand, das Lächeln der geliebten Frauen im Morgenlicht, das sanfte Prasseln des Frühlingsregens tauchen in seinen Versen wie expressionistische Bilder auf. Sie sind eine Liebeserklärung an unsere Geburtsstadt.

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Salerno im 3. Jahrtausend

Salerno Piazza Libertá under construction

Heute ist Salerno eine der lebhaftesten süditalienischen Städte. Ihre 140.000 Einwohnern leben in beneidenswerter Lage zwischen Bergen und Meer und erleben seit einigen Jahren eine neue Renaissance. Am Anfang des 3. Jahrtausend hat sich nämlich die Stadt zu neuen unterschiedlichen Bauprojekten verpflichtet, um mit Europa in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht Schritt zu halten. Aber auch die historischen Bauten wurden saniert und restauriert, Gärten neu angelegt, komplette Straßenzüge und Plätze mit mediterranen Pflanzen bereichert; für Kunst, musikalische Darbietungen und Kulturereignisse die passenden Räumlichkeiten und Areale geschaffen. Eine neue Marina ist entstanden, verschiedene Neubauten wurden von  weltberühmten Architekten geplant. Das Stadtbild verändert sich mit einem für süditalienische Verhältnisse atemberaubenden Tempo. Aber solange in den engen Gassen der Altstadt Stimmen, Schritte und das friedliche Glockenläuten der Kirchen erschallen, können wir die Veränderung annehmen. Ich stelle mir dann die Seele der Stadt vor, wie sie von der Arechi-Burg hinunter auf die architektonischen Wunder des neuen Milleniums mit der bekannten Skepsis der Salernitani hinunter schmunzelt. Wie mein Lieblingsschriftsteller Giuseppe Tomasi da Lampedusa festgehalten hat:“ Es muss sich alles ändern, damit es bleibt wie es ist“ (Aus dem Roman: Der Leopard von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, 1896 – 1957)

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